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00:00:57: Leute, hier ist der Scheren-Schleif.
00:01:02: Ich schleife die Schenkel.
00:01:03: Nein keine Angst!
00:01:04: Keine sexuelle Voranstaltung ich schleife das Schengel der Schere.
00:01:13: Die immer weiter auseinander geht zwischen Leben und Existenz.
00:01:22: ja und die Backen sollen scharf werden damit wir endlich den alten Zopf abschneiden können.
00:01:32: Ja ich bin jetzt viel Spaß.
00:01:35: Scherenschleifer Der auch Verantwortung trägt für Inhalt und Form dieser Sendung.
00:02:22: wo der Mensch sich selbst
00:02:23: befragt, ob die materielle
00:02:25: Konstante der zivilen Wirtschaft wirklich der Boden ist auf dem ein Homo sapiens stehen kann ohne Flora und Fauna unter sich zu verlieren.
00:02:37: Wir sind in heute aus einer Welt, die sich für alternativlos hält Und gerade deshalb Alternativen braucht benötigt.
00:02:51: wir sprechen über die innere Kraft des Menschen Über seine Fähigkeit sich selbst zu verändern, nicht durch Verordnung sondern durch Bewusstsein.
00:03:04: Wir fragen braucht die Menschheit einen Plan oder reicht eine Inspiration?
00:03:11: Die Stärke ist als ihre Angst vor der Wahrheit, die sie nicht kennt und nicht kennen will!
00:03:19: Bleiben Sie bei uns.
00:03:21: wir betreten gleich das Labor der Zukunft In dem wir Homo sapiens und der Homo deus zum ersten mal miteinander sprechen.
00:03:59: Zum ersten Mal Homo Sapiens, Homo Deos.
00:04:10: Stimme eins, Homos sapiens.
00:04:14: Ich stehe auf einem Boden der Wankt.
00:04:17: Man nennt ihn Wirtschaft man sagt er sei stabil aber ich spüre wie er unter meinen Füßen brennt.
00:04:26: zweite Stimme, Homodeus Du stehst nicht auf einem Boden, du stehst auf einer Erzählung und du hast vergessen dass du sie selbst geschrieben hast.
00:04:40: Umusabiens!
00:04:42: Ich habe Angst Sie umzuschreiben.
00:04:44: was
00:04:45: wenn alles zusammenbricht?
00:04:50: dann beginnt etwas Neues.
00:04:52: nur Systeme brechen Wesen
00:04:55: wandeln sich.
00:04:57: Umusabiens Brauche ich einen Plan eine Vision?
00:05:04: Eine Wahrheit Omodeus, du brauchst Mut!
00:05:09: Deine eigene Melancholie zu lesen.
00:05:12: Sie ist dein Kompass nicht die Märkte, Omosabiens und Flora und Fauna.
00:05:21: was wird mit ihnen?
00:05:24: Omodeous sie warte nicht, sie reagieren.
00:05:28: Die Frage ist ob Du mit ihnen leben willst oder gegen sie?
00:05:34: Omosabiens bin ich bereit.
00:05:39: Du bist ein Mensch.
00:05:41: Bereit warst du nie, aber fähig immer.
00:05:46: der Mensch zwischen Materie und Möglichkeit.
00:05:53: Die materielle Konstante.
00:05:59: Der Homo Sabiens als Gefangener seiner eigenen Ökonomie.
00:06:04: Zweitens die innere Energie, die Wandlungsfähigkeit des Menschen als Gegenskraft zur Struktur.
00:06:15: Ein Monolog über Imagination, Melancholie für Antwortung.
00:06:22: Dialog zwischen Bauch Herz Kopf als Transformatur Miniatur Zimmer Dreizehn Tabu Schutzraum Verantwortung.
00:06:33: Schluss Veränderungen beginnt dort wo die Angst ihren Namen bekommen.
00:06:39: Viertens Triologie Die drei Schwellen des Menschlichsten in literarisch-philosophischer Großform.
00:06:50: Erster Teil Die Schwelle der Materie.
00:06:54: Der Mensch erkennt, dass sein Fundament nicht die Erde ist sondern ein System das er selbst erfunden hat.
00:07:03: Die Ökonomie als Mythos der sich für Natur hält.
00:07:07: Die Frage wie lange kann an Wesen überleben?
00:07:11: Dass sie selbst Funktionalisiert.
00:07:14: Die Schweller der Imagination Die innere Kraft als Gegenwart, Milankulie, Erinnerung, Vision.
00:07:23: Der Mensch entdeckt dass seine größte Ressource nicht materiell ist sondern Bewusstseinsfähigkeit.
00:07:33: Bleibt die Frage wie entsteht Zukunft?
00:07:38: durch Planung oder durch Mut?
00:07:43: Die Schwelle der Verantwortung der Homo Sapiens als Gefangener seiner eigenen Ökonomie.
00:07:53: Analyse der zivilisierten Wirtschaft als metafüßliche Gewohnheit.
00:07:58: Einwürfe Flora, Fauna, Markt Melanchodil.
00:08:03: Der Mensch verwechselt seine Werkzeuge mit seinem Wesen.
00:08:09: Die innere Energie die Wandlungsfähigkeit des Menschen als Gegenkraft auch Herzkopf als Transformator Miniatur über das Zimmer Drei Zehn Tabu Schutzraum Verantwortung Veränderung ging dort, wo die Angst.
00:08:45: die drei Schwellen des menschlichen.
00:08:47: Die Schwelle der Materie Der Mensch erkennt dass sein Fundament nicht die Erde ist sondern ein System das ja selbst erfunden hat.
00:08:59: Die Ökonomie als Mythos der sich für Natur hält.
00:09:06: Wie lange kann der Mensch Ein Wesen überleben, dass sie selbst functionalisiert.
00:09:15: Die Schwelle der Immagination die innere Kraft als Gegenwelt Melancholie Erinnerung Vision.
00:09:24: Der Mensch entdeckt das seine größte Ressource nicht materiell ist sondern Bewusstseinsfähigkeit.
00:09:34: bleibt die Frage wie entsteht Zukunft?
00:09:37: durch Planung oder durch Mut?
00:09:42: Zwei Tänz Der materielle Block Ökonomie als Beton Flora und Fauna als Stimmen Ein Chor aus Daten, Zahlen, Prognosen.
00:10:00: Der organische Block Melancholie als fünfte Körperfüssigkeit Bauch Herz Kopf als dreistimmiger Transformator.
00:10:16: Viertens der metafüßige Block Immanenz Transcendence Die Frage nach Verantwortung.
00:10:28: Fünftens die offene Zukunft.
00:10:33: Homo sapiens und Homo deus sprechen gleichzeitig aber nie synchron.
00:10:39: Die Zukunft beginnt dort, wo der Mensch aufhört sich zu wiederholen.
00:10:51: Sprech am Rand der Zivilisation.
00:11:02: Der Boden wankt, Romusabiens.
00:11:06: Ich stehe auf einer Welt die ich nicht verstehe.
00:11:10: Homo Deus du stehst auf eine Welt die Du erfunden hast.
00:11:17: Szene zwei Die Ökonomie spricht!
00:11:22: Ich bin nur ein Werkzeug.
00:11:25: Ihr habt mich zum Gott gemacht, flüstern wir tragen euch aber wir trage nicht alles.
00:11:42: Vier der Szene Frau nahe.
00:11:46: Wir reagieren ihr entscheidet.
00:11:50: Fünfte Szene, Melancholie.
00:11:54: Ich bin eure Restwärme.
00:11:58: Ich erinnere euch an euch in einem Echo einer Ruine.
00:12:06: Szene sechs, Zimmer dreizehn.
00:12:09: ein Raum der nicht betreten wird nur beschrieben.
00:12:13: hier liegen die Gedanken die frei sind aber nicht freigegeben sind.
00:12:20: im sieben Jahr.
00:12:21: Transformator Bauch.
00:12:25: Ich fühle, ich verbinde Kopf.
00:12:30: Ich forme.
00:12:33: Sehn acht Romodeos!
00:12:36: Ich bin nicht deine Zukunft, ich bin deine Möglichkeit.
00:12:39: Seh ne Neu?
00:12:40: Homo sapiens?
00:12:42: Ich habe Angst vor mir selbst.
00:12:46: Romodeus dann bist du bereit.
00:12:50: Seht ihr kennt mich nicht?
00:12:53: Ihr wollt mich nicht kennen?
00:12:55: Nelf die Entscheidung.
00:12:57: Wir können nicht verharren Aber wir können wandeln, öfter.
00:13:01: Szene Epilop.
00:13:03: Der Mensch ist ein Wesen, das sich selbst erfinden kann oder verlieren.
00:13:50: Die vier apokalyptischen Reiter Ritter und Träufel nicht Reiter sondern Ritters verschiebt sofort die Angst vom lieblichen Mythos zur ritterlichen fast höflichen Groteske.
00:14:08: Ein Absorgesteinorten, ein Zirkeller.
00:14:12: Eine Loche der letzten Dinge Ritter Tod.
00:14:16: kein Senzenmann eher ein höflicher Beamter der Endlichkeit.
00:14:22: er trägt einen Protokollbuch in dem alle Namen schon eingetragen nur die Reihenfolge ändert sich.
00:14:29: täglich brüßt leise fast höflich wie ein Intendant der Letzten.
00:14:37: Ritter teufeln nicht der christliche Gegenspieler.
00:14:46: Er liebt Verträge, aber nur um sie später zu zerreißen.
00:15:16: Zurück an Anfang.
00:15:18: Könnte es so klingen?
00:15:20: Tod!
00:15:21: Ich bin nicht gekommen um zu holen, ich bin gekommen um zur Ort.
00:15:28: Du bist der einzigste Beamte, der Chaos hinterlässt.
00:15:33: Tod Das Chaos war schon da.
00:15:36: Ich mache nur Inventur.
00:15:38: Sonntags Der gedankliche Ostes-Spaziergang eines Mannes, der nicht weiß in welcher Gestalt er auferstehen.
00:15:52: Die Welt tut so als wäre sie frisch gebügelt.
00:15:56: Ich sitze auf einer Bank, per Günzbank.
00:15:59: Aber Pierre ist nicht da!
00:16:01: Er hat sich wahrscheinlich wieder in eine Zwiebel verwandelt und schildt sich irgendwo selbst rück.
00:16:08: Vor mir ein Gebirke hinter mir die Erde.
00:16:16: ich lasse weiter immer hinter mich was eben hinter mich muss.
00:16:21: Die Natur nimmt es durch.
00:16:23: sie hat schlimmeres Ostern sagt er.
00:16:27: sie Auferstehung sagen Sie Generalzustand.
00:16:32: Ein Zustand, der sich weigert mich zu verlassen.
00:16:37: Obwohl ich gar nicht weiß in welch Gestalt?
00:16:40: Ich bin nicht als Faust!
00:16:43: Da war mir zu sehr mit Verträgen beschäftigt.
00:16:46: Nicht mit Grädchen.
00:16:47: Ich habe genug mit meinem eigenen Schuldfrag zu tun.
00:16:51: Nicht dem Thüringischen.
00:16:52: Ich bin kein Wanderer, wer sich an Wegkreuzen orientiert.
00:16:55: Bin ein Mann, der auf der Bank sitzt und versucht sein Gehirn und sein Gedärm in eine Art Raffenstück.
00:17:05: Aber vielleicht ist es genau das, meine persönliche Auferstehung.
00:17:11: Wer ich werde?
00:17:12: Trotzdem weiter werde!
00:17:15: Die Erde unter mir ist ein Prukan, sagen sie.
00:17:19: Ein Kern der irgendwann platzen könnte... Ich glaube ihnen das.
00:17:24: Ich glaube Ihnen fast alles außer den Dingen die über sich selbst behaupten.
00:17:29: Denn Gott nicht Teufel Nicht die vier apokalyptischen Richter werden uns die Weide beibrehen.
00:17:38: Die menschliche, die storische Die selbst gebaut der süßen kleine Bombe im Keller.
00:17:49: Ich schaue auf das Gebirge, es schweigt.
00:17:53: Wir verstehen uns.
00:17:55: Vielleicht ist Aufstehung nichts weiter als ein Moment in dem man merkt dass er noch da ist.
00:18:01: Obwohl man längst dachte vielleicht ist sie einen Zustand der sich nicht ankündigt sondern einfach geschieht wie ein un... Diese Momente anbieten.
00:18:21: Nicht schön!
00:18:22: Nicht feierlich!
00:18:23: Nicht liturgisch aber war Also der Osterspazier eines Mannes, die ein nicht weißen Weltsgestalt er aufgestimmt hat.
00:18:32: Eine Polyphone Fassung fürs ratioaktive Scheranschleifer.
00:18:38: Geräusch Wind über Geröll Anfernis dieses Grupp Bagunz Bank.
00:19:04: Aber Pär hat sich irgendwo eine Zwiebel zurückgezogen Soll er?
00:19:10: Ich habe genug Schichten an mir.
00:19:13: Ein leises Plätzchen hinter der Bank Unverhohlen.
00:19:18: Die Erde nimmt was sie kriegt Sie urteilt nichts Sie protokolliert nicht.
00:19:24: Sie ist der einzige Ort, der meine Auferstehung nicht
00:19:27: kommt.".
00:19:30: Der Mann weiß nur welche Gestaltung er nicht will!
00:19:36: Der Mann wünscht sich eine Auferstehungen.
00:19:39: Er weiß nicht in welcher Gestalt er will.
00:19:44: Nicht Faus, nicht Gretchen und nicht Thüringen, nicht die moralische Buchhaltung der Klassiker.
00:19:55: Vielleicht wirst du ein Gebirgsbach Vielleicht ein alter Schuh, vielleicht ein Gedanke der sich
00:20:01: weigert
00:20:02: gedacht zu werden.
00:20:04: Vielleicht ein Geräusch das nur Hunde hören!
00:20:09: Es will keine Gestalt, es will einen Zustand, eine Generalzustand.
00:20:13: Ostern ist kein Fest, Ostern isst ein Aggregatzustand, den man manchmal erreicht ohne zu wissen wie man hineingeraten
00:20:22: wird.
00:20:22: Stimme Vier –
00:20:23: Der Chor der apokalyptischen Ritter.
00:20:26: Vier stimm ich aber ungesind da wir warten.
00:20:30: Wir haben Zeit, wir haben keine Formulare.
00:20:33: Wir haben keine Mission!
00:20:34: Wir sind nur der Hintergrund des Stimmeeins die vier apokalyptischen Ritter nicht Reiter-Ritter.
00:20:43: höfische Groteske ein Orten der letzten Dinge.
00:20:47: Tod, Teufel, Zweifel erinnern.
00:20:49: Sie stehen hinter mir wie ein schlecht gelaunter Kroh und warten darauf dass sie etwas Bedeutend ist Ein Mann, der auf einer Bank pinkelt und das für eine Meter Füße gesteilt.
00:21:10: Vielleicht ist es genau das, die ehrlichste Form der Auferstörung.
00:21:15: Ich lasse los!
00:21:17: Was hinter mir liegt?
00:21:18: ungebremst, unverklärt und verhüllt.
00:21:23: Derde kümmert sich nicht eine Zweck ohne Ziel, ohne moralische Abs.
00:21:30: Sie ist der einzige stoche Körper, der nicht versucht sie selbst zu verbessern Und wir bauen Bomben um uns selbst zu beweisen, dass wir existieren.
00:21:47: Wir nennen es Fortschritt!
00:21:48: Wir nenne es Vernunft!
00:21:50: Wir nähnen es Notwendigkeit!
00:21:52: Aber am Ende wird uns nicht Gott richten, nicht der Teufel,
00:21:56: nicht die Vierritter...
00:21:58: Es wird die Dunken.
00:22:08: trotzdem müsste aufstehen.
00:22:10: Nicht schön, nicht feierlich, nichts liturgisch.
00:22:13: aber vielleicht?
00:22:17: Vielleicht auch
00:22:18: nicht?!
00:22:19: Vielleicht sitze ich einfach weiter hier auf dieser Bank im Gebirge und warte darauf, da mein Zustand?
00:22:27: oder die Erde, oder nichts.
00:22:32: Geräusch!
00:22:33: Ein leises resignierendes Lachen.
00:23:00: Wir
00:23:47: in eine Weimarer Gesellschaft für Philosophie und Synologie.
00:23:57: Zwischendrin
00:23:58: hörten wir Les Agres du Ponton
00:24:02: also das
00:24:03: Frühlingsopfer
00:24:04: komponiert von Igor
00:24:07: Stravinsky ein erhebender Tiefgreifende in dieses Thema hinein passende
00:24:16: Musik.
00:24:17: Ich habe sie durchtanzst, ich habe sie mit einem Ensemble choreografiert.
00:24:24: Es ist ein wunderbares Körpertis-Erlebnis was wir alle zusammen
00:24:29: hatten impulsiert
00:24:31: von der Musik
00:24:33: und der Kraft
00:24:34: Igor Stravinsky's.
00:24:39: Die Frage die wir uns für heute vorgenommen haben oder die
00:24:41: Stichwort eben
00:24:42: oben drüber steht gibt
00:24:44: es das hier die Weibliche?
00:24:46: vielleicht auch das ewig männliche,
00:24:47: die steht jetzt um unsere Natur.
00:24:49: Nicht nur um unsere geschlechtliche Natur.
00:24:51: und wir haben zu diesem Themenfeld
00:24:53: wie ich mit großer Freude sagen darf zwei sehr interessante Menschen gewinnen
00:24:57: können.
00:24:58: zum einen
00:24:59: Svenja Flasthöhler.
00:25:00: sie ist Philosophin, Autorin,
00:25:02: Chefredakteurin
00:25:03: des
00:25:04: Philosophie-Magazins.
00:25:06: Seit Jahrzehntreizend leitet sie außerdem gemeinsam
00:25:08: mit Wolfram
00:25:09: Eilenberger, Gerz, Gubel und Jürgen Wiebelke das Programm der Philkolon die jetzt letzthin auch wieder stattgefunden hat unter
00:25:17: Pandemie-Bedingungen.
00:25:18: Wir schauen
00:25:19: von Weimar oder ich
00:25:20: jedenfalls immer begeistert und auch nicht ganz ohne Neid auf das tolle Programm, was sie dort zusammenstellen.
00:25:26: Frau Flassbühler, ich freue mich sehr, dass
00:25:27: Sie hier sind!
00:25:28: Ich freue mich auch, vielen Dank!
00:25:29: Zu meiner linken ist Christoph Türke zu sehen, imeritierter Professor für Philosophie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.
00:25:39: Autor zahlreicher Bücher
00:25:40: zu unterschiedlichen
00:25:41: Themen von der
00:25:43: Erregungsgesellschaft
00:25:44: einer Medienkritik über religionskritische Studien, Einführungen in die kritische Theorie.
00:25:49: Ich persönlich schätze seine zeitkritischen Analysen
00:25:53: und Publikationen vor allen Dingen seitdem aus meiner
00:25:56: Sicht nach wie vor uneingeschränkt empfehlenswert.
00:25:59: ein Buch Der tolle Mensch Nietzsche und der Wahnsinn, der Vernunft.
00:26:04: Von uns hat neunundachtzig
00:26:05: bereits
00:26:07: Christoph Türke herzlich willkommen.
00:26:13: Wir haben
00:26:14: diese beiden philosophischen Autorinnen hier auch eingeladen, unter anderem weil beide in jüngerer Zeit publizistisch hervorgetreten sind mit Beiträgen die direkt in das Thema unserer Veranstaltung
00:26:28: hereinführen.
00:26:29: Ich würde vielleicht zunächst
00:26:30: Sie Herr Türke fragen was hat sie motiviert?
00:26:34: Sie haben
00:26:34: dieses Buch geschrieben
00:26:36: Natur und Gender Kritik eines Machbarkreis warnts und vielleicht können
00:26:40: Sie uns kurz
00:26:42: quasi zum Aufwärmen, schon einmal umreißen.
00:26:45: Worum geht es da
00:26:45: und was hat sie bewegt ein Buch zu schreiben?
00:26:50: Warum ließen Sie das
00:26:51: für nötig?
00:26:54: Das hat etwas zu tun mit einem gewissen
00:26:58: Konstruktivismus-Hype
00:27:01: wenn ich das mal so nennen darf.
00:27:03: anders ausgedrückt Es
00:27:08: gilt weit
00:27:12: über viele Differenzen hinweg als ein großer Konsens, dass
00:27:20: alles um uns
00:27:22: herum nur
00:27:24: eine Konstruktion ist die wir
00:27:27: machen.
00:27:30: So nun ist vollkommen außer
00:27:32: Frage das wir die Welt
00:27:35: nicht so wahrnehmen wie sie ist sondern immer gefiltert durch unsere Sinnesorgane zurechtgelegt Vorstellungen, unsere Begriffe.
00:27:50: und insofern wenn man das technizistisch
00:27:53: ausdrücken will kann man dann sagen konstruiert.
00:27:58: Aber Konstruktionen
00:28:01: sind immer Konstrukzonen
00:28:03: von etwas.
00:28:05: es
00:28:05: wird
00:28:06: etwas
00:28:07: konstruert.
00:28:08: ja
00:28:08: also das lateinische
00:28:09: Wort konstruere
00:28:12: hat ihn sich
00:28:13: distrue ist die schicht.
00:28:16: Die meisten wissen gar nicht mehr, wo das herkommt.
00:28:19: Dieses Wort schichtet die Holzschicht, die man
00:28:23: auf dem Opferhaufen
00:28:29: aufschichtete
00:28:31: um dort
00:28:32: das
00:28:32: Opfer zu verbrennen.
00:28:33: Das war das Konstrukt,
00:28:36: das ursprüngliche.
00:28:38: und wo es keines Trues gibt keine Schicht da kann man auch nix konstruieren.
00:28:46: Natürlich konstruieren wir dauernd, aber wenn so getan
00:28:50: wird als
00:28:52: sei
00:28:52: alles Konstruktion
00:28:54: und es wird gar nicht mehr gesagt wovon.
00:28:56: Als sei das
00:28:57: was da
00:28:58: konstruiert wird einfach bloß eine Modelliermasse.
00:29:03: weiter nix ne charakterlose Modellermasse dann geht etwas entscheidendes verloren Und das gilt natürlich ganz besonders für unser
00:29:12: heutiges
00:29:13: Thema Geschlecht.
00:29:16: Wenn gesagt
00:29:17: wird,
00:29:18: Geschlecht ist ja bloß eine Konstruktion.
00:29:20: Und insofern kann man zwei,
00:29:22: drei, vier, fünf, sechs,
00:29:23: sieben, acht, neun, zehn Geschlechter annehmen
00:29:25: etc.,
00:29:27: dann wird gar nicht mehr thematisiert.
00:29:29: Ja wovon denn?
00:29:34: Sobald diese Frage nicht
00:29:35: mehr gestellt
00:29:36: wird?
00:29:37: da wird ins Geheim oder auch ganz offen unterstellt ein menschliches Objekt
00:29:49: was
00:29:50: sich seine Welt selber macht.
00:29:54: Und zwar entweder aus nichts bestimmten oder aus
00:29:57: nichts.
00:29:59: und darin steckt dann allerdings
00:30:02: eine Form
00:30:03: von Machbarkeitswahn, und darüber hinaus noch mehr!
00:30:08: Da kehren uralte theologische
00:30:12: Konstrukte
00:30:13: wieder und
00:30:15: Gott
00:30:15: sprach Es werde
00:30:17: Licht und es
00:30:19: ward Licht.
00:30:20: Wo kommt das Licht her?
00:30:21: Aus nichts.
00:30:22: Es wird
00:30:23: durchs
00:30:23: Wort, wenn Sie so wollen, durch den göttliche Sprechakt hervorgerufen
00:30:30: und
00:30:31: die Wiederkehr des
00:30:34: Hervorrufens
00:30:35: von Realität
00:30:36: durch Sprechnakte.
00:30:39: Na natürlich jetzt
00:30:40: gerade im aktuellen Genderdiskuss!
00:30:45: Und das war für mich der Anlass dieses Verhältnis
00:30:50: Natur und
00:30:53: Gender etwas gründlicher
00:30:56: aufzuräumen.
00:30:59: Ja,
00:31:00: ich würde da gerne einsetzen
00:31:02: zum Teil auch einen Haken.
00:31:03: also wo ich ihn recht
00:31:05: gebe ist dass es gibt etwas wir sitzen hier mit
00:31:10: Körpern offensichtlich
00:31:12: und da kann man ja auch nochmal unterscheiden Es gibt den Körper
00:31:15: den wir von außen sehen
00:31:16: den man irgendwie wiegen kann und messen kann.
00:31:21: Der Leib ist ja philosophisch eben noch mal ein anderer Begriff als Körper.
00:31:24: Der Körper ist das, was man von außen sieht und der Leib is dass wie ich von in mich fühle also wie ich sozusagen nicht selbst in meiner Leiblichkeit wahrnehme.
00:31:34: Also es ist einfach eine andere
00:31:35: Perspektive.
00:31:36: also da würde ich Ihnen definitiv recht geben.
00:31:38: Es gibt etwas.
00:31:40: Mein Gefühl dass sie möglicherweise, wenn Sie diese konstruktivistische Position, die ja eben von Prominent, von Judith Butler in einer Postfeministin vertreten wurde.
00:31:52: Wenn Sie die so referieren im Sinne von Machbarkeit waren nur es wird einfach nur noch gemacht ohne das etwas Widerständiges wäre dann glaube ich da sich das ein bisschen zu leicht machen.
00:32:09: Wir müssen jetzt nicht in eine Battler-XG so einsteigen.
00:32:11: Das wäre viel zu speziell, aber sie hat ja eben auch einen Buch geschrieben, Körper von Gewicht wo sie sehr klar sagt
00:32:17: Ja
00:32:17: der Körper hat Gewicht da ist etwas und das müssen wir sehen.
00:32:21: Und insofern ist es nicht einfach nur sozusagen konstruiermasse und willkürlich herstellbar.
00:32:26: und ich glaube auch dass wenn man jetzt den Gender-Viscus nimmt oder auch wir haben dritte vierte fünfte Geschlechter genannt dann würde ich schon darauf beharren wollen, dass es da eine, ich will's mal so nenn, pathische
00:32:39: Dimension gibt.
00:32:40: Also
00:32:40: eine passiv-pathische Dimention.
00:32:42: Das ist nicht
00:32:43: nur
00:32:43: so, dass diese dritten vierten Zünsten geschlechter transsexuelle Transgender Menschen
00:32:48: sich
00:32:48: dahin stellen... also ich spreche jetzt natürlich als jemand die selbst nicht isst.
00:32:52: ja das ist etwas was ich mir selber
00:32:54: auch aneignen musste.
00:32:57: aber wenn ich das richtig verstanden habe dann ist es eben nicht so dass diese menschen sich dahinstellen und sagen Ich möchte jetzt heute dies sein und morgen das Ich erfinde mich jetzt mal so, sondern was ja viele Menschen schildern ist ein immenser Leidensdruck.
00:33:12: Also dass man sich wirklich einfach auch nicht zu Hause fühlt in diesem Körper der mir von außen zugeschrieben wird.
00:33:20: also da gibt es einen Dessent zwischen dem Körper der von Außen gesehen und der eigenen
00:33:25: Leiblichkeit
00:33:25: wie sie erfahren wird.
00:33:27: Also, da gibt es etwas Patisches.
00:33:28: Und ich glaube, da ist eben auch ein Reagieren auf dieses Partische und das wie ich mich selbst in meiner Leiblichkeit
00:33:36: spüre.
00:33:39: Ich würde sagen vielleicht
00:33:40: dies noch
00:33:41: zum Schluss... Ich gebe Ihnen recht, es gibt etwas, dass ist widerständig
00:33:47: aber das
00:33:48: schließt ja nicht aus, dass es eben dritte, vierte, fünfte, sechste Geschlechter auch tatsächlich gibt.
00:33:53: Da würde ich keinen Widerspruch sehen sondern das, was da ist wird eben von den verschiedenen Subjekten sehr unterschiedlich empfunden.
00:34:04: Und natürlich kann man sich nicht hinstellen und sagen ich möchte jetzt heute dies sein und morgen jenes.
00:34:09: aber dass man eben mit dem was da isst und so wie ich mich in meiner Leiblichkeit fühle, mich auf eine bestimmte Art und Weise
00:34:15: begreife
00:34:16: die nicht aufgeht in klassischer Männlichkeit und klassischer Weiblichkeit sondern irgendwie auf diesem Kontino um dazwischen ist und vielleicht es ist mal hier oder mal da Weiß ich nicht.
00:34:28: Das finde ich doch erst mal eine große Befreiung!
00:34:31: Ja, aber was heißt dazwischen?
00:34:37: Dazwisch
00:34:38: ist ein
00:34:39: Relationsbetreff.
00:34:40: Wir können das dazwingen
00:34:43: nur
00:34:44: bestimmen wenn wir sagen
00:34:46: wo zwischen.
00:34:48: Und
00:34:48: damit sind wir immer wieder
00:34:52: zurück.
00:34:56: eben diese
00:34:57: zwei die Zweigeschlechtigkeit.
00:35:02: Ohne das geht es gar nicht, genauso wenn wir das Wort
00:35:07: Diverse
00:35:09: einwärsen und sagen, also
00:35:11: wir haben nicht nur männlich und weiblich sondern Diverse wo runter ja inzwischen auch wieder vielfältiges
00:35:19: subsumiert wird
00:35:21: und gar nicht mehr spezifiziert werden kann, wenn man überhaupt noch Sätze zu
00:35:26: Ende sprechen will.
00:35:29: das ist ein Relationsbegriff.
00:35:31: Das heißt, wir kommen von der Relation
00:35:35: auf
00:35:35: die Zweigeschlechtlichkeit
00:35:37: nicht weg!
00:35:39: Zwei-Geschlechtlich ist natürlich etwas was nicht Beton gegossen.
00:35:49: Ich würde von einer atmenden
00:35:54: Binarität.
00:35:57: Atmung heisst es gibt
00:35:59: da alle
00:36:01: möglichen
00:36:02: Formen der
00:36:04: Abweichung.
00:36:06: Abweichung ist selber
00:36:08: natürlich was
00:36:09: Ambivalentes.
00:36:10: Einerseits kann man dadurch befreiten, also als kulturelle Wesen weichen wir alle von der
00:36:22: bloßen natürlichen
00:36:24: Heterosexualität ab.
00:36:27: Also Heterosexualität ist zunächst mal mit männlich und weiblich seit es die Zähnchen sich ein Sachverhalt
00:36:40: tautologisch
00:36:41: ist.
00:36:42: Also Sexualität und Heterosexualität sind seit Millionen von
00:36:48: Jahren,
00:36:49: als es Säugetiere und Menschen überhaupt noch nicht mehr das selbe so was im Runderkreis.
00:36:57: So jetzt inzwischen haben wir natürlich einen riesen Zäsur.
00:37:02: ansatzweise schon bei Primatener
00:37:04: wird darüber gesprochen wie weit da auch schon abweichung
00:37:09: gibt
00:37:09: von der heterosexualität aber ganz bestimmt
00:37:13: bei menschen.
00:37:14: kultur ist
00:37:16: abweichen von der
00:37:18: natürlichen
00:37:19: heterosexualität ist in gewisser weise das was freut vom säugling gesagt hat nämlich ist
00:37:27: polymorph
00:37:28: pervers das
00:37:30: ist kultur
00:37:32: und dass es erst mal
00:37:33: großartig kann aber
00:37:36: auch etwas sein
00:37:38: was
00:37:39: Lebenszustände schafft und damit verbunden
00:37:44: ist.
00:37:44: Aber
00:37:45: ich höre bei Ihnen
00:37:46: immer raus, also ich meine bei Ihnen herauszuhören das Heterosexualität... Also wenn ich Sie richtig verstehe, dieser Heterosexualität ist natürlicher als Homosexualität und Männer Mann und Frau ist das Natürliche
00:37:59: und andere sind Abweichungen?
00:38:01: Nein, nein, bin nicht!
00:38:03: Sondern
00:38:04: menschliche
00:38:06: Heterosexualität ist nicht mehr natürlich.
00:38:10: Das ist ganz wichtig und damit ist es nicht so, dass menschliche Homosexualität Abweichung
00:38:24: von
00:38:25: der Natur ist sondern
00:38:28: sagen wir mal ein
00:38:29: anderer
00:38:30: Grad von Perseusung.
00:38:32: aber in gewisser Weise ist schon
00:38:36: die menschlich
00:38:37: heterosexualität
00:38:39: Eine Perversion.
00:38:40: Der ist sicher!
00:38:42: Na klar,
00:38:42: ich spreche lieber von
00:38:43: Inversion.
00:38:45: Freud hat zwischen diesen beiden
00:38:47: Begriffen gespielt... Ich glaube
00:38:49: aber das müssen wir ein bisschen erklären
00:38:50: weil es
00:38:51: leuchtet ja nicht sofort ein.
00:38:52: Ja
00:38:54: das glaubt ihr auch.
00:38:56: Bitte gerne.
00:38:57: Also ich glaube
00:38:58: wir sind beide
00:38:59: Psychoanalyser-Affinen
00:39:01: wenn ich das richtig sehe.
00:39:02: und definitiv ist es so dass damit der Mensch und das sagt ja nicht nur die Psychoanalyse, sondern da kann man auch ganz viele andere Norbert Elias usw.
00:39:13: gibt es ja viele wie sich überhaupt so etwas wie moderne Subjektivität oder ein Gesellschaftsbesen herausbildet und dafür braucht es eben Effektregulation, Triebunterdrückung, Supplimation.
00:39:24: also das heißt ist es eben nicht so wie beim Tier dass wir irgendwie jetzt gleich nach oben gehen auf der Straße kopulieren, sondern wir sind Gesellschaftswesen.
00:39:33: Das tun wir nicht!
00:39:35: Wir sind
00:39:35: durch
00:39:36: und durch geformt in unserer Sexualität, in unserem Begehren.
00:39:39: Und auch das heterosexuelle Begehre ist eben eines was ich wenn man Freud liest herausbildet durch Mutter-Vater-Identifikationen usw.
00:39:49: abgrenzen.
00:39:49: Man kann jetzt... Ich weiß es gibt auch viel Kritik an Freud.
00:39:52: Ich teile diese Kritik nicht.
00:39:54: Ich glaube man braucht auch gar nicht unbedingt Freude um zu zeigen dass es da eine Art von einer Künstlichkeit gibt im Begehren dadurch, dass wir eben einfach Kulturwesen sind.
00:40:04: Und insofern
00:40:06: glaube ich ist das
00:40:06: absolut richtig und das muss man tatsächlich so sagen auch Hyterosexualität ist etwas Künstliches beim Menschen.
00:40:14: Genau!
00:40:15: Jetzt aber die Frage wie verhält sich dazu jetzt Homosexualität?
00:40:22: Oder was auch immer?
00:40:23: also ich meine da gibt's ja auch wieder verschiedenste
00:40:25: Formen
00:40:26: und so weiter.
00:40:30: Und gerade der Abweich.
00:40:32: Also das würde
00:40:33: ich gerne in einem nächsten
00:40:34: Schritt noch mal vertiefen, also ich finde es sehr schön wir sind jetzt gleich mitten rein.
00:40:40: Das gefällt mir sehr gut und wir haben
00:40:43: glaube ich eine ganze Menge von Sachen schon angesprochen.
00:40:46: Es
00:40:46: ist gleich sinnvoll dazu
00:40:47: versuchen dass nochmal ein kleines
00:40:48: bisschen zu systematisieren und auch einzuschätzen, wo jetzt überhaupt das Terrain ist, wo sie sich begegnen.
00:40:54: Und wofür vielleicht dann die Differenzen im Einzelnen genauer liegen?
00:40:57: Ich verstehe es erst mal so, Sie sind sich
00:40:59: beide darüber einig
00:41:02: dass Menschen Kulturwesen sind, dass wir als solche nicht einfach als Naturwesen in Natur existieren und
00:41:12: in einem unmittelbaren
00:41:14: Verhältnis zur Natur stünden, sondern dass das
00:41:16: was wir
00:41:18: Selbst das, was wir als unsere eigentliche in eigenem Natur erleben und auch das mit der äußeren Natur zum Beispiel den Tieren die auf der Straße kopulieren
00:41:26: so zuschreiben.
00:41:27: Das sind unsere Interpretationsmuster mit deren Hilfe wir uns im Welt orientieren und diese Interpretationen haben den Charakter von Konstruktion unter anderem.
00:41:38: also sie sind beide verstehe ich jetzt so insofern konstruktivistisch orientiert dass man sagen würde Die Welt, in der wir leben ist eine an deren so sein
00:41:50: gewesen
00:41:51: nicht selber
00:41:51: mitwirken.
00:41:52: Wir
00:41:54: entwerfen gestalten... das ist ja was Konstruktion bedeutet!
00:41:57: Der Punkt ist aus was wird dort konstruiert?
00:42:00: Und die Frage ist darüber würde ich gerne später dann doch nochmal über Judith Butler etwas vertiefend sprechen.
00:42:06: Judith Butler würde glaube ich sagen dass uns diese Welt in ihrem Ansichtsein gar nicht zugängig ist, sondern dass die Art wie wir uns dazu verhalten eine ist, die vollständig oder zu einem
00:42:19: sehr großen Teil von
00:42:20: unseren Zuschreibungsaktivitäten und unseren Klassifikationsmustern.
00:42:25: Wir müssen ja nicht zwischen männlich-weiblich klassifizieren noch weil das sozusagen eine Option ist, diese Natur uns anbietet, könnten auch anders
00:42:33: klassifiziert
00:42:34: werden.
00:42:35: Und wenn man das jetzt mal vor die Klammern
00:42:38: nimmt würde ich gerne vielleicht
00:42:40: zunächst nochmal Sie fragen Das
00:42:56: klingt
00:43:00: ja nach Essenz, ein Essenz des Weiblichen was unabhängig von Zeit und Raum da ist.
00:43:06: Und da würde ich sagen das gibt es so nicht.
00:43:10: Ich halte es auch für sehr problematisch,
00:43:12: weil gerade der Versuch die Frau auf ein Wesen festzuschreiben, ob ihre Natur festzusschreiben immer Teil ihrer Unterdrückung war.
00:43:21: Also die Frau hat eine Gebärmutter also muss sie Kinder kriegen und so weiter.
00:43:24: das ist Teil eines unterdrückerischen und eben tatsächlich auch patriarchalen Diskurses.
00:43:30: ich bin Fußnote nicht der Auffassung dass wir noch in einem Patriarchat leben
00:43:34: aber ich glaube
00:43:38: Das ist ja immer auch so schwierig
00:43:41: mit diesen historischen
00:43:42: Distanzen.
00:43:43: Man muss die Leute in ihrer Zeit
00:43:45: verorten, aber...
00:43:46: Also insofern nein, ich glaube wirklich man muss sehr vorsichtig sein wenn man davon spricht dass es irgendwie so etwas gibt wie eine Essenz des männlichen oder ein Essenzt des weiblichen.
00:43:56: Egal was man dann nennt man schreibt Menschen
00:43:59: eben genau
00:43:59: auf diese Merkmale fest und da ja unsere gesamte abendländische Kultur so funktioniert das Männliche immer das Normale war was nicht weiter thematisiert werden muss Das Weibliche aber mit Frau besprochen der Dark Continent Den muss man irgendwie enträtseln, das ist was ganz Rätselhaftes und darüber muss man ganz viel reden.
00:44:17: Also die Frau war eigentlich immer schon Objekt.
00:44:20: Und in dem Augenblick wo ich dann sage, die Frau ist wesentlich dies oder dass hat man sie eigentlich immer fixiert.
00:44:25: Das heißt davon würde ich nicht reden.
00:44:28: Gleichwohl gebe ich Herrn Türke absolut recht Es ist auch nicht einfach nur eine reine patriarchale Konstruktion oder wie auch immer geartete Konstruktion sondern
00:44:40: es gibt
00:44:40: Menschen, die haben eben bestimmte körperliche Merkmale Gebärmutterwulver Brüste und so weiter.
00:44:47: Und das macht etwas mit Menschen also dass sie eben diese Leiblichkeit haben.
00:44:54: Ich glaube, ich war selber mal jung und habe geglaubt
00:45:00: das von Hormon
00:45:01: zu reden.
00:45:02: Das ist ganz schrecklich!
00:45:03: Und überhaupt Natur.
00:45:04: Man darf überhaupt nie davon reden dass
00:45:07: irgendwas benennen
00:45:09: was ein biologisches Faktum ist weil man sich damit schon irgendwie in einem patriarchalen Diskurs bewegt.
00:45:13: Das is natürlich quatsch.
00:45:15: also würde ich heute so sagen ja also ich hab zwei Kinder inzwischen Natürlich habe ich einen Körper mit bestimmten Merkmalen, der ist mir erlaubt Kinder
00:45:23: zu bekommen
00:45:23: und das macht etwas mit
00:45:25: mir.
00:45:27: Ich finde es aber sehr hilfreich sich wirklich an dieser... Es gibt eine philosophische Denkschule die heißt Die neue Phänomenologie und in der gibt es eben den Begriff der Leiblichkeit, den ich für sehr hilfreich halte weil eben der Begriff um ein Empfinden in der eigenen Leiblichkeit und es geht um Erscheinungen.
00:45:51: Also die Phänomenologie ist eben die Wissenschaft der Erscheinung, nicht das Wesen sondern wie mir Dinge erscheinen.
00:45:59: Und das finde ich schon mal ein ganz wichtiger Unterschied dass man eben nicht davon spricht Das ist so eine ontologische Tatsache Sondern die Dinge ersscheine mir so Ich empfinde sie so Aber das gibt es eben auch, also dass zu negieren.
00:46:14: Dass so etwas gibt wie eine weibliche Phänomenologie.
00:46:19: Das halte ich für problematisch und wenn ich das noch sagen darf, dann kommen wir vielleicht auf zeitgenössische Diskurse und auch harte Kontroversen, die ja geführt werden.
00:46:27: Und das finde ich dann wiederum auch problematischer.
00:46:29: jetzt an diesem ... Ich nenne sie jetzt mal Transgender Community agiert und diskutiert, dass dann irgendwie gesagt wird man darf nicht mehr von Frauen reden sondern nur noch von wie war das menstruierende Menschen oder Menschen die
00:46:49: menstruieren
00:46:49: also dass das sozusagen der Begriff der Frau selbst
00:46:54: eigentlich
00:46:55: ausschließend ist
00:46:56: und man diesen Begriff eigentlich selbst
00:46:57: gar nicht mehr verwenden sollte.
00:46:59: Und was auch finde ich schon bei Judith Butler so ein bisschen mitschwingt Es ist im Grunde so etwas wie Männer und also heterosexuelle Positionen, Männer und Frauen sind eigentlich immer schon gefangen in diesen patriarchalen Gestellen.
00:47:16: Und nur die
00:47:17: queere Identität, also diese Binarität überschreitet es eigentlich die emanzipatorische Identität.
00:47:25: Also als Frau kann man nicht wirklich emanzi-patorisch sein weil man schon in diesem Gestell gefangen ist.
00:47:32: Und ich weiß noch genau, wie ich damals eben als ich jung war, Judith Butler wirklich
00:47:37: vererrte.
00:47:39: Ich habe sie angebetet und ich hab das gelesen und jeden Satz auseinander genommen.
00:47:43: Und ich war tatsächlich überzeugt
00:47:45: davon
00:47:46: Svenja du kannst nicht emanzipiert sein wenn du heterosexuell bist.
00:47:49: dann habe ich wirklich versucht mich in eine Frau zu verlieben.
00:47:55: also ich bin dann auch so auf diese entsprechenden Partys gegangen habe irgendwie gedacht, komm jetzt, jetzt ändere dein Begehren
00:48:04: und es hat
00:48:05: aber nicht funktioniert.
00:48:06: Also ich ... bis jetzt nicht!
00:48:08: Wer weiß vielleicht kommt das ja auch noch?
00:48:10: Aber das hat zumindest nicht funktioniert.
00:48:13: Und da sehe ich ein Problem, dass man als heterosexuelle Frau wenn man eben Butler oder auch andere Theoretikerin dies den Eindruck gewinnen kann Dass man eben heterosexuelle weibliche Person nicht immer insipiert sein kann.
00:48:30: Das glaube ich, das stimmt nicht und deshalb habe ich unter anderem auch dieses Buch die potente Frau geschrieben.
00:48:36: damit will ich nicht andere Identitäten irgendwie marginalisieren oder so.
00:48:40: darum geht es mir überhaupt nicht sondern mir geht es darum dass ich gerne von meiner eigenen sexuellen
00:48:47: Positionen immer noch sagen können möchte
00:48:49: dass sie emancipiert ist oder sein kann.
00:48:57: Also das finde ich alles toll.
00:49:02: Nehmen
00:49:02: wir vielleicht
00:49:03: mal, wenn ich
00:49:04: da reingrätschen
00:49:05: darf
00:49:08: den
00:49:09: einen Satz mit dem sie angefangen haben.
00:49:14: Also Frauen werden festgelegt,
00:49:20: wenn man sagt
00:49:22: du hast eine Gebärmutter also musst du Kinder bekommen.
00:49:27: Ja!
00:49:28: Das ist richtig.
00:49:30: nur
00:49:31: wo liegt der Haken?
00:49:34: In dem ersten Satz.
00:49:35: Du hast eine Gebärmutter?
00:49:37: Offensichtlich
00:49:37: nicht, das stimmt ja!
00:49:38: Sondern aus der
00:49:40: Folgerung daraus.
00:49:42: also bist du durch diese
00:49:46: physische Beschaffenheit so festgelegt dass
00:49:51: du gefälligst Kinder kriegen
00:49:54: musst und wenn du
00:49:56: nicht willst oder wenn du aus physischen Gründen nicht kannst
00:50:02: dann
00:50:03: bist
00:50:04: eigentlich
00:50:06: keine Frau.
00:50:07: Da
00:50:07: würde dann sagen wir mal das
00:50:10: tyrannische
00:50:11: Beginn, es beginnt aber nicht bei der Benennung einer ganz bestimmten Anatomie.
00:50:19: Das heißt
00:50:20: wir gehen eigentlich zurück
00:50:21: von Judith Butler zu Simone de Beauvoir oder also zu der Auffassung dass das was Frau sein bedeutet als gesellschaftliches Phänomen natürlich nicht durch die natürlichen Disposition oder Eigenschaft definiert ist, sondern durch die Rollen, die einem dann in bestimmten kulturell veränderlichen historischen Kontexten
00:50:40: zugeschrieben werden?
00:50:42: Ja.
00:50:42: Ich muss sagen ich finde Beauvoir in vielen Punkten eigentlich inzwischen überzeugender als Butler.
00:50:48: Die ist ja im Grunde Phänominologin wenn man so will.
00:50:51: sie hat ganz starke phänomenologische Anteile.
00:50:55: also insofern würde würde ich so beschreiben tatsächlich.
00:51:00: Okay Judith ist ja jetzt nicht da, aber trotzdem mal versuchen sie besetzen sich er beide mit dieser Position auseinander und wir haben jetzt schon viel darüber gehört was an diesen dekonstruktivistischen Positionen problematisch
00:51:13: ist.
00:51:13: Darf ich noch eine Sache kurz ergänzen?
00:51:15: Das habe ich nämlich gerade vergessen!
00:51:16: Ich finde ein Begriff der auch sehr hilfreich ist.
00:51:19: um das nochmal jenseits von Konstruktivismus und Essenzialismus zu fassen worum es mir geht ist ja, dass man sagen kann.
00:51:29: Ja es gibt Menschen Frauen die eben haben eine Gebärmutter aber was folgt jetzt daraus?
00:51:35: Das ist ja genau ihr Punkt und ich finde interessant ist dieser Begriff der Potenzialität, der Potencia.
00:51:41: also
00:51:41: das heißt
00:51:44: ich quasi
00:51:45: diese Ausstattung habe
00:51:47: ich die Möglichkeit
00:51:49: zu etwas Bestimmtem Aber ich muss die Möglichkeit überhaupt nicht realisieren Ich kann sie auch anders realisier'n verschieben.
00:51:58: Ich kann statt Kinder kriegen Bücher schreiben, was auch immer.
00:52:02: Aber das
00:52:03: ist die Möglichkeit... Jetzt
00:52:04: nehmen wir mal den Fall aus
00:52:05: dass jemand eine Frau
00:52:07: zwar eine Gebärmutter hat aber nicht gebären kann.
00:52:09: Das gibt es natürlich auch ja also natürlich.
00:52:12: Aber ich habe die Möglichkeit und mit dieser Möglichkeit kann ich spielen.
00:52:17: Und das finde ich, das ermöglicht einfach ganz viel.
00:52:22: Ja, es ist auch
00:52:23: nicht nur ein total tollen Kompetent wie ich mir so ausgedacht habe.
00:52:28: Kommen wir auf dieses Thema Möglichkeit und Potenzialität auch im Verhältnis zu Machbarkeitswahn und Demut nochmal zu sprechen.
00:52:36: aber ich würde gerne
00:52:37: vorher
00:52:38: noch einmal kurz diese Frage nach dem Konstruktivismus und Essentialismus vertiefen auch insofern dass Also ich gerne nochmal deutlicher
00:52:51: sehen würde, worin
00:52:52: bestehenden
00:52:52: eigentlich die Vorzüge?
00:52:53: oder wie kommt man überhaupt auf die Idee zu sagen es handelt sich um sprachliche Konventionen und kulturelle Konvention
00:53:02: Die
00:53:03: unsere geschlechtliche Identität
00:53:04: bis ins
00:53:05: tiefste
00:53:06: definieren.
00:53:07: Und das kann ein emanzipatorischer Schritt sein diese binäre Zuschreibung
00:53:12: aufzulösen.
00:53:13: Also da steckt ja vor allen Dingen ein großer anti-essenzialistischer Impuls dahinter.
00:53:18: Die Vorstellung,
00:53:19: es
00:53:20: ist nicht durch die Natur schon per se definiert.
00:53:24: Frauen sind das
00:53:25: mystische
00:53:26: Naturwesen
00:53:27: was Kinder gebährt Männer sind die faustischen
00:53:31: explorativen
00:53:33: Kulturhero.
00:53:35: Ja gut das
00:53:36: wäre primitiver
00:53:37: Essenzialismus und primitive Binarität Und es ist ein Herrschaftsprinzip
00:53:47: für
00:53:48: Jahrtausende gewesen.
00:53:49: Allerdings
00:53:52: kein
00:53:53: ewiges.
00:53:55: Keineswegs kann davon die
00:53:56: Rede sein,
00:53:57: dass das seit der Altsteinzeit so ist sondern es hat in ziemlich
00:54:04: frühen Epochen
00:54:06: durchaus frauenzentrierte menschliche Gemeinwesen
00:54:14: gegeben und
00:54:16: das Patriarchat ist nicht
00:54:19: vom Himmel gefallen, sondern ist selber erst durch bestimmte Formen
00:54:23: von Gewalttätigkeiten
00:54:25: historisch durchgesetzt
00:54:27: worden.
00:54:28: Aber gerade dabei sind wir Herr Heid dann doch wieder bei der Potenzialität von der Frau Flassböhler gesprochen hat und ich finde es in ihrem Konzept auch ein sehr glücklichen Begriff muss ich sagen, weil er uns in verschiedener Hinsicht Raum gibt.
00:54:52: Potenz heißt einerseits Kraftmacht
00:54:59: heißen
00:55:00: auf der anderen Seite heißt es so
00:55:02: etwas wie Möglichkeit.
00:55:04: Es wird ein Raum, ein Möglichkeitenraum.
00:55:10: und wenn man Naturgegebenheiten oder nennliche Anatomie, die wir zwar immer
00:55:30: nur durch unsere Wahrnehmung und durch unsere Begriffe
00:55:36: präsent haben.
00:55:38: Die aber Begriff von etwas sind was wir ja dauernd auch benennen!
00:55:43: Wir sprechen ja auch so.
00:55:46: Wir
00:55:46: sagen
00:55:47: eine Frau hat
00:55:48: diese
00:55:49: Anatomie sie
00:55:50: hat sie
00:55:56: so eine Anatomie und sagen nicht permanent,
00:56:00: es scheint so dass es so ist.
00:56:04: Denn
00:56:05: die Erscheinung, wo dies da geht, erscheinung teile ich durchaus.
00:56:11: aber da wäre ich dann philosophisch gesprochen Kantianer und würde sagen
00:56:16: Erscheinungen natürlich immer Erscheinungsvoll etwas.
00:56:21: und damit sind wir wieder bei dem sogenannten Natursubstrat.
00:56:27: nun um nochmal
00:56:28: auf ihre
00:56:29: potente Konzeption
00:56:32: zu kommen würde ich sagen
00:56:36: ja die Piaton sagt,
00:56:46: Ich
00:56:46: bin
00:56:47: durch
00:56:47: Gebeerfähigkeit nicht festgelegt.
00:56:53: Die nimmt
00:56:54: auf der anderen Seite jede physische Konstruktion zum Ausgangspunkt
00:57:01: ihrer Form der
00:57:03: Befreiung und
00:57:04: der sehr
00:57:07: Männern ist dann
00:57:10: der
00:57:10: Ausgangspunkt ein anderer.
00:57:13: Aber da geht es ja genauso darum, dass
00:57:15: die bestimmte Biowere,
00:57:22: die daherkommen als seien sie Naturbestimmung.
00:57:26: Also der Essentialismus ist ja immer dadurch bestimmt das so getan
00:57:31: wird.
00:57:31: Da gibt es
00:57:32: eine Natur und die Natur bestimmt
00:57:35: was ich tun soll.
00:57:37: Da steckt
00:57:38: eigentlich
00:57:39: einen moralischer
00:57:41: Imperativ.
00:57:42: Das Ja, das war
00:57:46: also mein Beitrag hier
00:57:49: im
00:57:50: Scheren-Schreife für den Bonne Monat Mai.
00:57:53: Ich lasse die Sendung etwas ausklingen
00:57:57: mit Le Sacré de
00:57:58: Bronton und hoffe ihr könnt in die Welt diese Musik
00:58:02: einsteigen
00:58:04: und hört euch es irgendwann mal ganz an!
00:58:06: Es ist ein
00:58:07: fantastischer Pool.
00:58:10: Also bis dann
00:58:12: euer
00:58:12: Gio Zomo, eine Hane Der auch für diese Sendung die Verantwortung für Inhalt und Form trägt.
00:58:20: Trugt, trägt, trugt!
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